Unser Weingut / Geschichte & Heute

Ruine ohne Dach – Weingut mit Verstand

Vor wenigen Jahren wurde an verschiedenen Orten der Gründung des Klosters Marienthal gedacht. 2012 nämlich feierte das Kloster – oder das, was davon geblieben ist – sein 875 jähriges Bestehen. Dieses Kloster Mariae vallis ist das älteste Kloster an der Ahr überhaupt. Die Annales Rodenses, die Klosterrather Annalen, eine Art Jahresbericht, geben recht zuverlässig Auskunft über Gründung, Aufgabe und Wirken von Marienthal.

Sie sind aufgeschrieben worden in Klosterrath (Niederlande, Prov. Limburg), dem Mutter- oder richtiger gesagt Vaterhaus unseres Konvents im Ahrtal. Klosterrath war das Hauskloster der Grafen von Saffenberg, deren Sitz die Saffenburg gegenüber von Mayschoß an der Ahr war. Diese stifteten 1137 den Augustinerinnen das Hubachtal. Bereits im September 1141 konnte die Kirche durch den Erzbischof von Köln konsekriert werden.

Das Kloster beherbergte sieben Werkstätten, unter anderem eine Brennerei sowie ein Gästehaus. Nur wenige schriftliche Quellen sind geblieben; Schuld daran sind die zahlreichen Kriege, welche auch das Ahrtal nicht verschonten. 1632 plünderten Schweden das Kloster, 1646 waren es die Franzosen. Als sie abzogen, war das Kloster mehr oder minder Ruine. 1792 flüchteten die letzten Insassen des Klosters, die Einrichtungsgegenstände gingen an Kirchen in der Umgebung, so zum Beispiel der Altar, der heute noch die Kirche des kleinen Eifeldorfes Arenberg schmückt.

Das Gotteshaus selber verfiel schnell zur Ruine, nachdem 1803 die Aufhebung des Klosters verfügt und die Gebäude verkauft waren. Der gesamte Komplex ging danach durch mehrere Hände, bis 1925 das Anwesen Sitz der Staatlichen Weinbaudomäne wurde. Das Land Rheinland-Pfalz veräußerte 2004 das Objekt mit der dazugehörigen Weinbaufläche an die Weingut Kloster Marienthal KG.

Auf gerade mal 5,5 ha wachsen die Reben für unsere kleine, aber wie wir hoffen feine Weinauswahl. Circa 50.000 Flaschen produziert unser Kellermeister Markus Bertram jährlich. Und obwohl wir uns hier Alle viel Mühe geben, bleibt immer etwas übrig, was wir verkaufen müssen.